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19 Tipps für nachhaltiges Reisen: So hältst du deinen Fußabdruck so klein wie möglich

19 Tipps für nachhaltiges Reisen: So hältst du deinen Fußabdruck so klein wie möglich

Hast du dich jemals gefragt, welche Auswirkungen deine Reisen haben? Keine Frage, Reisen macht glücklich. Es ist aber auch Fakt, dass Reisen Umwelt und Klima belastet. Dabei ist nachhaltig Reisen eigentlich gar nicht so schwer. Mit diesen 19 Tipps für umweltfreundlicheres Reisen kannst du deinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten.

Nachhaltig reisen: Vor der Reise

Bevor es überhaupt losgeht mit Urlaub, stelle zunächst einmal deine Urlaubsdestination sowie die Anreise in Frage.

1. Kreuzfahrten streichen

Urlaub auf einem Kreuzfahrtfahrtschiff ist das exakte Gegenteil von nachhaltig Reisen. Als Kraftstoff wird giftiges Schweröl verwendet, darüber hinaus kommen auch keine Rußartikelfilter zur Minderung gesundheitsgefährdender Feinstaubemissionen zum Einsatz. Als Passagier atmet man Luft ein, die voller Krebs erregender Rußpartikel ist.

Ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff verbrennt laut Nabu ganze 150 Tonnen Treibstoff an einem Tag und stößt dabei so viel Feinpartikel aus wie eine Million Autos.

2. Flugreisen reduzieren

Der ökologische Fußabdruck einer Flugreise ist überdurchschnittlich groß. Fliegt man in den Urlaub, verursacht die An- und Abreise bis zu 90% der CO2-Emssionen der gesamten Reise.

Im Vergleich pusten wir pro Kopf und pro 10 Kilometer folgende CO2-Werte in die Luft:

  • Zug, Reisebus oder U-Bahn: 340-408 g 
  • Motorroller: 816 g
  • Motorrad: 952 g
  • PKW (z.B. VW Golf): 1088 g
  • Flugzeug: 2516 g
  • SUV: 3604 g

(Quelle: L. Dellert „Mein Herz schlägt grün“)

Heftig, oder?

Entscheidest du dich dennoch dafür, in den Urlaub zu fliegen, dann bleib länger vor Ort, nicht nur für ein paar Tage. Als Faustregel gilt: Je länger die Anreise, desto länger der Aufenthalt. Und ganz wichtig: Kompensiere die von dir verursachten Emissionen indem du für zertifizierte Klimaschutzprojekte spendest. Ist mit ein paar Klicks getan, z.B. bei atmosfair oder myclimate.

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3. Gabelflüge vermeiden

Der meiste CO2-Ausstoß beim Fliegen findet bei Start und Landung statt, weshalb Gabelflüge besonders schädlich sind. Wenn es dein Portemonnaie zulässt, buche den teureren Direktflug statt die billige Variante mit Zwischenstopp.

4. Kurze Anreisestrecke und diese per Bahn, Bus oder Auto zurücklegen

Je kürzer die Anreise, desto geringer der Ausstoß klimaschädlicher Gase. Um sich zu erholen, muss man übrigens nicht erstmal zig tausend Kilometer weit reisen 😉 Wir haben es in Europa ja generell wirklich gut, was Reisen in andere Länder angeht. Dank Bahn und Bus können sowohl innerhalb Deutschlands als auch innerhalb Europas die spannendsten Ziele erreicht werden.

Seit ich Mama bin, ist Verreisen mit der Bahn für mich so attraktiv wie nie zuvor. Kinder können bei einer Zugfahrt die ganze Reise lang durch die Gegend rennen, spielen oder auch mal ein Schläfchen machen. Wir lassen das Auto mittlerweile sehr oft stehen und geben der Bahn den Vorzug. Im Übrigen wird einem per Bahn-, Bus-  oder Autoreise auch viel mehr bewusst, wie weit ein Reiseziel tatsächlich entfernt ist als wenn man mal eben kurz in den Flieger steigt.

5. Unterkunft auf Nachhaltigkeit prüfen

Wie umwelt- und klimafreundlich wirtschaftet eigentlich die Unterkunft, die du buchen möchtest? Statt im durchklimatisierten Luxusbunker mit 400 Betten und All Inclusive abzusteigen, besser auf familienbetriebene Unterkünfte, nachhaltige Hotels und Pensionen setzen.

Es sind nämlich überwiegend die kleinen Hotels, die sich ernsthaft Gedanken über ihren ökologischen Fußabdruck machen und nicht nur große Reden schwingen.

Wird z.B. mit regionalen Lebensmitteln gekocht oder der Strom selbst erzeugt? Die lokale Wirtschaft unterstützt?

Resi und ich achten mit Argusaugen darauf, dass sämtliche Unterkünfte, die wir hier bei Fancy Family Escapes listen, auf Nachhaltigkeit genauso großen Wert legen wie wir selbst. Anhand unseres Blätter-Systems könnt ihr ganz transparent sehen, wie nachhaltig eine Unterkunft ist.

 

6. Wenig Gepäck mitnehmen

Je schwerer deine Koffer werden, desto höher der Treibstoffverbrauch des Transportmittels, das du wählst. Um ehrlich zu sein, reist die Hälfte meiner eingepackten Outfits meist ungetragen wieder zurück mit nach Hause. Statt alles doppelt und dreifach mitzunehmen, überlege ich mir jetzt immer genau vorab, was ich wirklich brauche und welche Teile ich wie miteinander kombinieren kann.

Klar, wenn man mit Kindern verreist, hat man gefühlt den halben Hausstand dabei, aber auch hier besteht Einsparpotential.

Genau deshalb seht ihr bei all unseren Unterkünften auch immer auf einen Blick, wie gut sie in Sachen Familien-Equipment ausgestattet sind.

7. Ökosiegel-Check

Ja, es gibt Siegel für nachhaltigen Tourismus. Allerdings sind es weltweit über 70 Stück an der Zahl und nicht jedes Siegel macht so ganz klar, wie und was da genau zertifiziert wurde. Eine Übersicht mitsamt Ranking findet ihr beim Bundesverband „Die Verbraucher Initiative e.V.“
Diese Siegel können wir euch guten Gewissens weiterempfehlen:

  • TourCert: Eines der bekanntesten Umweltsiegel für Unterkünfte und Veranstalter. Bewerter werden sowohl einzelne Kriterien der Nachhaltigkeit wie z.B. Rücksichtnahme auf lokale Ressourcen, Natur- und Artenschutz sowie CO2-Emissionen.
  • BioHotels: Die BioHotels stehen für höchste ökologische Ansprüche und dafür, dass sie besonderen Wert auf die Herkunft der Lebensmittel legen. Alle zertifizierten Unterkünfte verpflichten sich dazu, nachhaltig zu wirtschaften, regional einzukaufen sowie umweltfreundliche Energie- und Abfallkreisläufe zu pflegen.
  • GreenGlobe: Die alte Dame unter den grünen Siegeln. 1993 gegründet, wird auf Basis international anerkannter Kriterien die Nachhaltigkeit von Unternehmen verifiziert. Dabei werden soziale, ökologische und ökonomische Aspekte des Nachhaltigkeitsprinzips beachtet.
  • GreenSign/InfraCert: Auch gerne der „grüne Weg“ für mittelständische Hotels genannt, insgesamt werden 92 Kriterien rund um Umwelt, soziale Verantwortung etc. abgefragt. Hinter GreenSign steht InfraCert, das Institut für Nachhaltige Entwicklung in der Hotellerie.
  • EU Ecolabel: Das in allen EU-Staaten anerkannte EU-Umweltzeichen, auch bekannt als EU-Blume. Das etablierte Siegel zertifiziert u.a. auch Unterkünfte in Bezug auf Klima- und Umweltschutz.
  • Viabono: Durch das Umweltbundesamt ins Leben gerufen. Unter die Lupe genommen werden die betriebsspezifischen Kennzahlen in den Bereichen Endenergie, CO₂, Wasser und Restabfall sowie die Herkunft der bezogenen Lebensmittel (fair und regional).

Nachhaltig reisen: während der Reise

Am Urlaubsziel angekommen, versuche, deinen Fußabdruck vor Ort so gering wie möglich zu halten.

8. Bio und lokal essen

Wie groß der ökologische Fußabdruck der konventionellen Landwirtschaft ist und wieso ihr Bio meistens den Vorzug geben solltet, könnt ihr hier oder hier beim BUND nachlesen. Ich sage nur: Co2, Pestizide, Bienensterben. Dasselbe gilt für importierte Lebensmittel. Je weiter ein Produkt transportiert wird, desto mehr klimaschädliche Gase hat es auf dem Buckel.

Ich freue mich immer ganz besonders auf regionales, landestypisches Essen vor Ort im Urlaub. Neue Gerüche und Geschmacksexplosionen, die mein Gaumen daheim nicht bekommt, yeah!

9. Fleischkonsum reduzieren

Laut Bundesumweltamt könnten wir in Deutschland die Treibhausgasemissionen um 12% senken, wenn wir die von der WHO empfohlene Fleischmenge (bis 31 kg/Jahr) essen würden anstatt der aktuell durchschnittlichen 88,6 kg.

Wieso also nicht im Urlaub öfter mal auf vegetarische oder vegane Küche umsteigen?

10. Unterkunft mit eigener Küche? Schwing den Kochlöffel!

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Euer Ferienhaus hat eine Küche? Perfekt, damit seid ihr für jeden Ausflug bestens präpariert und braucht unterwegs kein verpackungsintensives Essen kaufen. Besucht den Wochenmarkt, schnuppert in die lokale Küche rein, kauft regionale Produkte und zaubert euch selbst etwas.

Für unterwegs hast du deine Boxen und Gläser dabei. Spart nicht nur Energie und Müll, sondern auch Geld.

11. Wasser sparen

Verzichte auf den täglichen Handtuchwechsel (falls trotz deiner Bitte gewechselt wird, frage nach, warum), verbringe keine Ewigkeiten unter der laufenden Dusche und überlege 2x, ob das müffelige Shirt wirklich gewaschen werden muss oder vielleicht auch einfach eine Nacht an der frischen Luft verbringen darf.

12. Regionale Lokalitäten unterstützen

Besuche statt der international bekannten Fast-Food- oder Coffee-Ketten besser verschiedene inhabergeführte Restaurants und Cafés. Hier lernst du landestypische Spezialitäten kennen und unterstützt die lokale Wirtschaft statt Großkonzerne.

13. Klimaanlage ausschalten

Falls du sie doch brauchst, dann schalte sie zumindest immer aus, wenn du die Wohnung oder dein Zimmer verlässt.

14. Nein zu Einwegplastik

Ganz egal ob Strohhalm, Tüte, Flasche oder was auch immer, Einwegplastik kannst du vermeiden. Nimm deine eigene Trinkflasche mit und fülle sie (wo möglich) mit Leitungswasser. Packe Jutebeutel, Gläser und Boxen ein, um Essen und Einkäufe ohne weiteren Müll mitnehmen zu können.

15. Sonnencreme: Besser Natur als Chemie

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Konventionelle Sonnencreme schützt unsere Haut mittels chemischer UV-Filter. Diese stehen nicht nur im Verdacht, die Hormone zu beeinflussen und Allergien auszulösen, sondern Chemikalien wie Oxybenzone, Avobenzone, Octisalate, Octocrylene, Homosalate oder Octinoxate sind für das Leben vieler Meeresbewohner tatsächlich tödlich.

Lasst die chemischen Cremes im Regal stehen und greift besser zu zertifizierter Naturkosmetik-Sonnencreme. Die Korallenriffe werden es euch danken. Lest dazu gerne meine Tipps für umweltfreundliche Sonnencremes.

16. Tierwelt respektieren

Achtung bei Souvenirs, diese bedrohen oftmals ohnehin bedrohte Tier- und Pflanzenarten noch  mehr. So findet man leider noch immer bunten Korallenschmuck, Ketten mit Haifischzähnen oder Mitbringsel aus Elfenbein. Diese traurigen Souvenirs fördern das Wildern und führen zur Ausrottung ganzer Herden von Tieren.

Auch die schöne leere Muschelschale fühlt sich am heimischen Strand wohler als bei dir zuhause im Regal.

17. Pflanzenwelt respektieren

Wanderpfade am besten nicht verlassen, abseits der gekennzeichneten Wege könntest du versehentlich seltene Pflanzen umtrampeln oder Nistplätze von Tieren zerstören. Und auch schöne wild wachsende Blumen sind sehr glücklich an Ort und Stelle.

18. Werde aktiv vor Ort: Clean-Ups & Plogging

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Du verbringst deinen Urlaub am Meer? Super, dann sammle doch einfach jedes Mal, wenn du am Strand bist, 5 Müllteile auf und entsorge sie korrekt. Organisiere einen kleinen Beach Clean-Up mit deiner Familie, deinen Freunden oder anderen Touristen.

Schnorcheln oder Tauchen lassen sich auch prima mit einem Riff Clean-Up verbinden oder beim Joggen kannst du ebenfalls Müll aufsammeln und dich dem weltweiten Trend des Ploggings anschließen. Fragt bei euren Gastgebern nach, sie unterstützen euch sicher gerne.

19. Tipps & Erfahrungen mit anderen teilen

Sprich mit anderen Touristen über nachhaltiges Reisen und nutze deine Social Media Profile, um vorbildliche und auch nicht nachahmenswerte Verhaltensweisen einem größeren Publikum zu zeigen.

So hat ein französischer Teenie 2019 z.B. einen regelrechten Hype mit seiner #fillthebottle -Challenge auf Instagram ausgelöst, bei der Menschen massenweise Flaschen mit aufgesammelten Zigarettenstummeln befüllen.

Wer weiß, was du mit deinem kleinen Beach Clean-Up auslösen kannst…?

Ich hoffe, ihr konntet ein paar Tipps finden, wir ihr euren Urlaub nachhaltiger gestalten könnt. Was tut ihr, um euren Fußabdruck auf Reisen besonders gering zu halten? Erzählt mal!

Fotos: Pexels (SevenStorm), Unsplash

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Comments - 1

Wieso CO2-Kompensation sinnvoll ist (und wie du deinen Flug wirklich ausgleichen kannst) - Fancy Family Escapes

[…] dir unsere 19 Tipps durch, wie du nachhaltig reisen kannst oder auch wie du deinen ökologischen Fußabdruck weiter […]

2. Juni 2021 17:22 Reply

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