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Wieso CO2-Kompensation sinnvoll ist (und wie du deinen Flug wirklich ausgleichen kannst)

Wieso CO2-Kompensation sinnvoll ist (und wie du deinen Flug wirklich ausgleichen kannst)

„Wie kompensiere ich die CO2-Emissionen meines Flugs? An wen soll ich wie viel spenden? Kann ich meine Flugreise auch nachträglich kompensieren?“ Sinnvolle Fragen, die ich mir ehrlich gesagt bis vor zwei Jahren überhaupt nicht gestellt habe. Geschweige denn wusste, dass es zahlreiche Organisationen gibt, die mittels Spenden ermöglichen, dass man den durch Reisen angerichteten Klimaschaden durch eine CO2-Kompensation wieder gut zu machen versucht.

Jetzt, da der Klimawandel an die Tür klopft, habe ich mich kritisch mit meinem bisherigen Reise-Verhalten und ökologischen Fußabdruck auseinandergesetzt und möchte meine Erkenntnisse gerne mit euch euch teilen.

Nachhaltig Fliegen gibt es nicht

Kleiner Spoiler vorneweg: Umweltfreundliches Fliegen ist bis dato noch Zukunftsmusik. Reisen mit dem Flugzeug ist alles andere als nachhaltig:

Die Luftfahrtindustrie ist für 3% der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Es wäre wundervoll, wenn in wenigen Jahren mit Wasserstoff betriebene Flieger oder Elektro-Flugzeuge die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Motoren abgelöst hätten, aber so weit sind wir leider noch nicht. Bis dahin werden sich vermutlich immer mehr Flugreisende mit dem Thema CO2-Kompensation und Treibhausgasen beschäftigen.

Düse ich 1x jährlich nach Mallorca, verursacht mein Hin- und Rückflug bereits 568 kg CO2 – dabei beträgt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen gerade einmal 2.300 kg.

Autsch, das tut weh. Mit durchschnittlich 11,6 Tonnen jährlich rangieren wir Deutschen auf dem traurigen 6. Platz der Länder mit dem größten CO2-Ausstoß.

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Soll das heißen, ich soll nie wieder in Urlaub fliegen?

Meine persönliche Meinung lautet hier: Nein. Aber bewusster.

Sei dir im Klaren darüber, welchen Preis die Umwelt für deine Flüge bezahlt.

Und bezahle selbst dafür. Manche nennen Emissionszahlungen für Treibhausgase modernen Ablasshandel. Ändert man nichts an seinem Reiseverhalten und fliegt munter weiter hier für ein Wochenende nach London und da für eine einwöchige Fernreise in die Karibik, würde ich diese Aussage unterschreiben.

Wer seine Flüge bewusst auswählt und auf das Allernötigste reduziert, hat mit einer CO2-Kompensation aber zumindest die Möglichkeit, eine kleine und sinnvolle Wiedergutmachung für den angerichteten Umweltschaden zu leisten.

Meiner Meinung nach sollte man heutzutage nicht mehr fliegen, ohne die Emissionen zu kompensieren. Wundervoll wäre es auch, wenn einfach direkt bei der Flugbuchung die Kompensation enthalten wäre. In Form einer CO2-Steuer zum Beispiel. Hier muss die Politik ran, damit alle Airlines dieselben Abgaben direkt in den Flugpreis mit einfließen lassen müssen.

Wie funktioniert CO2-Kompensation?

Kompensation bedeutet nicht zwangsläufig, dass das ausgestoßene CO2 an anderer Stelle wieder entzogen wird. Deshalb spricht man auch von einem „Emissionsausgleich“. Das heißt:

Mit deiner freiwilligen Spende finanzierst du Klimaschutzprojekte, in denen die durch deinen Flug ausgestoßene Menge an Treibhausgasen an anderer Stelle eingespart wird.

Das kann ein Aufforstungsprojekt im Regenwald sein, die Subvention von Solarkollektoren in ländlichen Haushalten oder auch die Bereitstellung effizienter Öfen in Entwicklungsländern.

Wie teuer ist der CO2-Ausgleich?

Die Preise reichen von 5 bis 23 Euro pro Tonne CO2.

Wo und wie kann ich meine CO2-Emissionen ausgleichen?

Es gibt eine recht große Auswahl an Klimaschutzprojekten und Anbietern, die einen CO2-Ausgleich anbieten. Für wen ihr euch entscheidet, ist meiner Meinung nach Gefühls- bzw. Identifikationssache.

1. atmosfair

Der Stiftung Warentest Testsieger und auch mein persönlicher Favorit unter den Anbietern. Atmosfair unterscheidet sechs Kompensations-Technologien für ausgestoßene Treibhausgase: Energieeffizienz, Windkraft, Wasserkraft, Biogas & Biomasse, Solarenergie und Umweltbildung.

Atmosfair unterstützt keine Waldschutzprojekte, da sich dabei diverse Probleme auftun. Mehr über Atmosfairs Haltung zu Klimaschutzprojekten im Sektor Wald findest du auf der atmosfair Website.

2. myclimate

myclimate ist eine internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln. Myclimate setzt nicht nur zahlreiche Klimaschutzprojekte um, sondern führt unter anderem auch Ökobilanzierungen für Unternehmen durch. Neben Flügen lassen sich hier auch noch weitere Emissionsursachen per CO2-Ausgleich kompensieren: Auto, Kreuzfahrt, Haushalt, mein persönlicher Fußabdruck, etc.

3. Primaklima

Primaklima kam bei der Stiftung Warentest ebenfalls recht gut weg. Hier werden durch deine Spende Bäume gepflanzt und Wälder geschützt. Bäume filtern CO2 aus der Luft und speichern es ein. Als Schwarzwaldmädel gefällt mir das zwar ziemlich gut, allerdings gibt es hierzu auch kritische Stimmen (s.o.atmosfair).

4. Climeworks

Besonders spannend finde ich die Innovation des Schweizer Start-Ups Climeworks und ich setze große Hoffnungen in sie. Denn sie haben es tatsächlich geschafft, eine Technologie zu entwickeln, mittels derer sie der Atmosphäre CO2 physikalisch dauerhaft entziehen und es speichern können.

Also nicht CO2-Ausgleich, sondern CO2-Entzug. Das ist weltweit einzigartig!

Angesichts der Tatsache, dass die Weltgemeinschaft es nur schwer schaffen wird, unser CO2-Budget einzuhalten, sind negative Emissionen wie Climeworks sie schafft, eine große Hoffnung. Seit kurzem bietet Climeworks eine vielversprechende, wenn auch noch recht teure Option an: „Turn your travel emissions into stone.“

Leider belaufen sich die Kosten pro Tonne aktuell noch auf circa 600 Euro. Climeworks plant, diese Kosten in den nächsten Jahren auf unter 100 Euro zu bringen.

So gehe ich mit dem Fliegen und Flugscham um

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Ich habe für mich persönlich beschlossen, dass ich nicht mehr jedes Jahr in Urlaub fliegen möchte, sondern per Bus, Bahn und Auto an meinen Urlaubsort gelangen will. Hier bei Fancy Family Escapes listen wir überwiegend Urlaubs-Unterkünfte, die sich mit diesen Transportmitteln erreichen lassen und Fliegen unnötig machen.

Im Umkreis von 800 km lassen sich ziemlich attraktive Ziele in Europa bereisen. Strand, Berge, Meer, Erholung, Abwechslung, klare Luft, Abenteuer, Natur und Sehenswürdigkeit. Alles da. Und ganz ohne Flugzeug easy zu erreichen.

Und Flugscham? Ja, die habe ich. Und finde diese so lange angebracht, bis es emissionsfreie Flugzeuge oder ausreichend Klimagas-schluckende Technologien gibt, die negative CO2-Emissionen schaffen.

Was kann ich noch tun, um umweltfreundlicher zu reisen?

Lies dir unsere 19 Tipps durch, wie du nachhaltig reisen kannst oder auch wie du deinen ökologischen Fußabdruck weiter verringerst.

Bilder: Pexels

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